In der Lenzer Wische
... sind die Feste legendär. Alt und jung fassen an, ohne daß es vieler Worte bedarf. Im Handumdrehen steht das Zelt, festlich geschmückte Tische laden ein. Kuchen wird gebracht, den Frauen aufschneiden und verkaufen (der Erlöß geht an die Jugendfeuerwehr), andere spielen Theater. Und die Wischer - Einheimische wie Zugezogene - strömen herbei, füllen den Raum mit Leben, erzählen.
Ich fühl mich hier wohl. Die Schönheit der Auen ... !!
Die Elbe verbindet mich mit meiner Kindheit in Dresden (an Schwimmen war damals noch nicht zu denken!). Und die liebevolle Grabpflege, die Gastlichkeit, die ausdrucksvolle Sprache wie ich sie bei meinen Nachbarinnen erlebe ... erinnert mich an meine Großmutter. Ob das damit zu tun hat, daß ein Teil unserer Ahnen - Wenden und Sorben - verwandt sind?
- aus 150 Sträußen !
Die Wische hat schon manches durchstanden: die jährlichen Hochwasser der Elbe, die in letzter Zeit öfter mal ausblieben...
In der DDR-Zeit Grenzgebiet. Zeugin von Fluchten, Höfe mußten der Sicherheit weichen. Amnesty International hat erklärt: Willkürliche Gewalt die von einem Staatsapparat ausgeht, hinterläßt besonders tiefe Spuren. Denn sie erschüttert das Vertrauen in den Rahmen in dem wir leben!
Und die Herausforderungen unserer Tage... als "Osten im Westen"?
Kann die Gemeinschaft weiter bestehen, trotz krass gewordener Einkommens-Unterschiede?
Wird der Kindergarten in Wootz - über den ich so viele schöne Geschichten hörte - wohl eines Tages wieder eröffnet?
Beeindruckend, wie die Natur Wege findet nach der Katastrophe: der Schlamm ernährt Gräser und Bäume, Insekten, Vögel ... "Resilienz" - ein modernes Wort für die Widerstandskraft, mit der das Leben sich neu erschafft in jedem Moment.